Programmiersprache Pascal

Sequenz

Eine Sequenz wird durch eine Folge von Anweisungen gebildet.

  anweisung_1; anweisung_2; ...; anweisung_n
Als Anweisungen kommen in Frage: Die Anweisungen werden in der Reihenfolge ausgeführt, in der sie notiert sind.

Achtung:
Verursacht eine der Anweisungen eine Programmausnahme (z.B. unzulässige arithmetische Operation, fehlende Zugriffsrechte auf eine Datei oder ein Gerät), so ist eine Unterbrechung bzw. ein vorzeitiger Abbruch der Ausführung der Anweisungssequenz möglich.

Beispiel 1:

   x := x+1;        { Wertzuweisung }
   y := Sin(x);     { Funktionsaufruf }
   up(x,y,z);       { Prozeduraufruf }
   ;                { Leeranweisung }
Beispiel 2:
  y := Ln(x);       { Programmausnahme bei x <= 0 }
Für die Zusammenfassung verschiedener Anweisungssequenzenen gibt es in Pascal zwei Konstruktionen: In Standard Pascal spielen Blöcke im Zusammenhang mit eine Rolle.
Viele Pascal-Systeme sehen im Zusammenhang mit der separaten Übersetzung von Unterprogrammen Modulblöcke vor.
Extended Pascal standardisiert Module, viele Pascal-Systeme unterscheiden sich jedoch in der von ihnen unterstützten Syntax.

In einem Pascal-Programm ist genau einen Programmblock erlaubt.
Ein Programmblock kann beliebig viele Prozedur- und Funktionenblöcke enthalten.
Jeder Prozedur- und Funktionenblock kann weitere Prozedur- und Funktionenblöcke umfassen.
Ein Standard Pascal Programm ist eine Menge von ineinander geschachtelten Blöcken.

Verbundanweisungen sind - neben ihrer Bedeutung als Bestandteil eines Blocks - vor allem für die Formulierung von Alternativen und Zyklen wichtig.

Beispiel:

  PROGRAM block(OUTPUT);
  VAR i : INTEGER VALUE 1;           { Initialisierung: Extended Pascal }
  BEGIN
    Writeln('i = ', i);
    BEGIN                            { in Standard Pascal sind hier }
      VAR i : INTEGER VALUE 11;      { Deklarationen nicht zulässig }
      BEGIN
        Writeln('i = ', i);
      END;
    END;
    Writeln('i = ', i);
  END.
Zur Rolle des Semikolon

Als Trennzeichen zwischen zwei Anweisungen fungiert das Semikolon.

Hinsichtlich des Einsatzes des Semikolons gibt es in verschiedenen Sprachen unterschiedliche Konzepte:

In Pascal ist das Semikolon Trennzeichen.
Nicht jede Anweisung muß mit einem Semikolon abgeschlossen werden:
Die letzte Anweisung innerhalb eines Blocks, d.h. die Anweisung unmittelbar vor dem Schlüsselwort END, wird entsprechend den Pascal-Regeln nicht mit einem Semikolon versehen.
Unmittelbar vor einem END darf dennoch ein Semikolon stehen. Dies wird durch die Leeranweisung ; möglich.

Bemerkung:
Es gibt Pascal-Systeme, die machmal ein Semikolon vor dem END nicht mögen ...



P. Böhme, 06.09.1996